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Der
2. Wr. Gemeindebezirk hat eine Fläche 19,27 km2 und liegt damit
Wienweit an neunte Stelle und mit einer Einwohnerzahl von ca. 100.000
an vierte Stelle Eigentlich
ist die Leopoldstadt
eine Insel zwischen Donau und Donaukanal. Seit dem 18.
Jahrhundert bis zum 2. WK
lebten viele
Juden
hier. Deshalb gaben die Wiener diesem Bezirk den Spitznamen „
Mazzes- Insel“- Mazzes koscheres Brot) und Insel, weil der Bezirk
eine Insel ist.. Heute noch gibt es die
jüdische Schule in der Leopoldsgasse Im
Jahr 1850 wurde das Gebiet zum 2. Wr. Gemeindebezirk Eine
andere wichtige Einrichtung in diesem Bezirk ist der Augarten. Das
Schloss ist
Sitz der Sängerknaben und der österr. Porzellanmanufaktur Zur
Geschichte des Wiener Praters Der Name Prater geht auf das lateinische Wort „ Pratum“ ( = Wiese) zurück Man
unterscheidet heute zwischen dem „ Wurstelprater“ ( der Name kommt
von der Kasperlfigur des Hanswurst, der im 17. Jahrhundert sehr
beliebt war), und dem sog. Grünen Prater, in dem wir uns heute
befinden Der
historisch gewachsene Vergnügungspark blickt auf eine reichhaltige
Geschichte zurück. Erste urkundliche Erwähnungen jenes Gebietes,
welches ursprünglich urwaldähnlichen Charakter hatte, gehen auf das
12. Jahrhundert zurück. Das einst kaiserliche Jagdgebiet wurde 1766.
der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Allerdings durften die Wiener
damals im Prater nur während der Sommermonate bis zum Einbruch der
Dunkelheit nur spazieren gehen, aber nicht reiten, jagen oder spielen Bald
darauf eröffneten rund um
das Gebiet des heutigen Praterstern
eine Reihe von kleinen Vergnügungsbetrieben (Karusselle, Schießbuden,
Imbiss-Stände, ...) ein, die das Volk unterhielten und auch für das
leibliche Wohl sorgten. Es waren Freizeitvorrichtungen für die breite
Masse geschaffen worden. Feuerwerke
und auch Ballonaufstiege Ende
des 18. Jahrhunderts zogen die Wiener aus der Stadt zu den Festplätzen
in den Prater Dem Trend der Zeit folgend wurden volksbildnerische Einrichtungen (Theater, Wachsfigurenkabinett und Menschenmuseum gebaut und dem bunten Treiben angeschlossen. Sensationen im alten Prater waren die Abnormitätenshows, bei denen Liliputaner, , siamesische Zwillinge u. a. den staunenden Zuschauern vorgeführt werden. Diese menschenunwürdigen Shows waren der absolute Anziehungspunkt zu dieser Zeit Mit der Entwicklung der Technik und der Elektrizität wurde das Unterhaltungsangebot im Prater immergrößer. Der in Triest geborene Basilio Calafati gründete vor ca. 150 Jahren das erste Eisenbahnkarussell. In der Mitte dieser Anlage wurde die Figur des "großen Chinesers" als Mast aufgestellt, die heute noch im P. zu sehen ist. Dem englischen Ingenieur Basset gelang es im Jahre 1897, das heute noch bestehende Riesenrad im Wiener Prater aufzustellen. Dieses Riesenrad ist mittlerweile zu einem der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Wiens geworden, ähnlich dem Eiffelturm in Paris. Dieses Gefährt mit einem Durchmesser von 61 Metern hatte ursprünglich 30 Waggons Das Riesenrad diente auch als Werbemedium. So warb eine Zirkusdirektorin im Jahre 1914 für ihren Zirkus, indem sie auf ihrem Pferd sitzend auf dem Dach eines Waggons stehend eine Riesenradumdrehung mitmachte Während des 2. WK wurde das Riesenrad zerstört und 1945 wiederaufgebaut. Später diente es einem der bekanntesten File ( Der 3. Mann) als Kulisse für eine der wichtigsten Schlüsselszenen Vor ca 120 Jahren wurde das erste Kino im Prater eröffnet Anlässlich der Popularität des Flugzuges wurde 1911 das erste "Aeroplankarussell" aufgebaut. 1926 folgte das erste "Autodrom" und 1933 die erste "Geisterbahn". 1928 wurde die heute noch fahrende "Liliputbahn", eine verkleinerte Form der großen Dampflokomotiven, in den Prater gebracht. 1935 brachte ein Praterunternehmer aus Chicago die rasante "Flugbahn" ( heute Achterbahn) nach amerikanischem Vorbild in den Prater Der Prater änderte stets sein Gesicht, modernisierte sich und passte sich dem Trend der Zeit an. Eine Attraktion löste die andere ab. Nur wenige historische Betriebe haben sich in die Gegenwart herüber retten können. Traditionsbewusste Unternehmen, wie das historische Riesenrad, die "Liliputbahn" und auch die Gastwirtschaft "Schweizerhaus" (Spezialität: Stelze und Bier) werden ihre Gäste niemals verlieren Charakteristisch für den Wiener Prater ist heute auch die anschließende grüne, naturbelassene Praterau. Eine Erholungslandschaft mit Bäumen, Wiesen und Teichen. Durch diesen stillen Teil des Praters führt die 4,5 km lange Hauptallee, die mit alten Kastanienbäumen gesäumt ist. Vor 120 Jahren wurden dort farbenfrohe Blumenkorsos zuerst mit Kutschen, dann mit Autos abgehalten, wo sich u.a. auch das Kaiserpaar und der bekannte Wiener Bürgermeister Lueger zeigten. Bei diesem Blumenkorso fuhren blumengeschmückte Kutschen bzw. Autos die Hauptallee entlang. Entlang der Hauptallee lagen die heute nicht mehr bestehenden, berühmten drei Kaffeehäuser. Das von Canevale, einem berühmten ital. Architekten, der auch die Wr. Hofburg baute, 1783 errichtete "Lusthaus" am Ende der Hauptallee ist hingegen noch zu finden Zum Prater gehören noch das Messegelände, das Ernst- Happel Stadion , das Stadionbad die Freudenau und die Krieau.. Auf dem Messegelände fand 1873 die Weltausstellung statt, bei der auch Nassredin Shah Gast war. Die Rotunde, der Zentralbau, des Messegeländes wurde 1937 ein Raub der Flammen und nicht mehr wiederaufgebaut Das Ernst H- Stadion ist das größte überdachte Fußballstadion Europas, und im Stadionbad gleich daneben, dem, größten Freibad Österreichs werden internationale und nationale Schwimmbewerbe ( Staatsmeisterschaften, EM, WM) ausgetragen In der Krieau werden Trabrennen, in der Freudenau Pferdegalopprennen ( der Fahrer sitzt in einem kl. Wagerl hinter dem Pferd) veranstaltet Ein paar Worte zur Zukunft des Wurstelpraters: In den letzten Jahrzehnten ist der WP immer mehr zu einem Zentrum des Rotlichtmilieus geworden. Die Praterunternehmer planen, das zu ändern und neben dem Riesenrad einen historischen WP wieder aufzubauen Der Praterstern ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Wiens. Von dort führen 7 Strassen sternförmig stadtauswärts. In der Mitte des Platzes steht die Statue des berühmtesten Admirals der kuk- Marine. Admiral Wilhelm von Tegetthoff, der in der Seeschlacht von Lissa (Italien) die ital. Marine besiegte und so die wichtige Hafenstadt Triest für Österreich in Anspruch nehmen konnte Quellen Christan Brandstätter (Hrsg.): Stadtchronik Wien. Wien 1986, S.10f |
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