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Geschichte der Malerei im Iran     Javd  Parsay     Museumspädagoge

Von 4000 v. Chr. – bis zur Gegenwart

Präachamänidische Periode 4000 – 550 v. Chr

Achamäniden 550 – 330 v. Chr

Parther 321 – 226 v. Chr

Sassaniden 226 – 651 n. Chr

Invasion der Moslem-Araber 634 n. Chr

Safaviden 1508 – 1722 n. Chr

Die letzten Jahrhunderte

Literatur


Präachamänidische Periode 4000 – 550 v. Chr

Um 4000 v. Chr. hatten die Bewohner der Ebenen im Südwesten des heutigen Iran erste Siedlungen errichtet. Die erste Stadt von ihnen war Susa, (in Südwest-Iran), die Hauptstadt der Ilamiten (Elam - Zivilisation).

Als der assyrische König Assurbanipal, im Jahre 647 v. Chr., Susa einnahm, waren die Ilamiter bereits von einem der arischen Stämme, nämlich Mädern verdrängt worden, die danach auch die Assyrer als führende Macht in der Region ablösten. Jedoch mussten sie ihre Vormachtstellung an die Perser, (Achamäniden- Dynastie), ebenfalls von arischem Stamm, abtreten.

Die archäologischen Ausgrabungen im Iran haben die Kunst des Alt-Iran ans Tageslicht gebracht. Die zwei schönsten Werke ilamischer Skulpturen sind die Statue der Napirasu, Gemahlin des Untashgal, im Louvre-Museum in Paris, und der Kopf eines unbekannten Ilamiters im „Metropolitan-Museum of Art“, in New York zu bewundern. Beide Statuen zeigen, wie sich die Künstler damals, sich bemüht haben, die Verzierung des Kleides der Königin wieder zu geben. Ein Muster aus kleinen Ringen mit mittleren Punkten bedeckt das Gewand des Oberkörpers. Lange Fransen verzieren den oberen Teil des Rockes und sind nach vorn geführt, wo das Gewand mit Streifen und rahmenden Zickzackmustern reich verziert ist.

In einem neolithischen Dorfe am Tappe-Sarab (bei Kermanschah, West-Iran), sind auch Tonfiguren gefunden wurden, in denen sich die eine Idee ausdrückt: Eine weibliche Figur, die „Venus von Tappe-Sarab“ genannt ist. Weibliche Figuren dieser Art, mit mehr oder weniger schematisierten Formen, lassen sich in den frühen Dorfkulturen des Nahen Orients (ca. 6000 – 4000 v. Chr. ) von Tappe-Sarab im Iran bis Hacilar in der Türkei nachweisen. Sie müssen eine bestimmte Bedeutung haben, wahrscheinlich bestand der Glaube, dass Fruchtbarkeit und Wohlstand durch wirksame Darstellung in Plastik und Malerei gefördert werden können


Achamäniden 550 – 330 v. Chr

Die iranische Geschichte beginnt mit der Achamäniden Dynastie in den Jahren 550–330 vor Christus. Herodot, der griechische Geschichte-Schreiber des fünften Jahrhunderts v. Chr. schildert uns, wie die Reichtümer Jahr für Jahr dem Schatzamt des Großkönigs Daryusch zuflossen, sie stammten von den Völkerschaften des ersten, des iranischen Weltreichs, welches sich von Ägypten bis zum Pamir, vom Kaukasus bis zum indischen Ozean erstreckte.

Daryusch ließ voller Stolz auf den Mauern der Apadana-Treppen seiner Paläste auf der Persepolis, Abgesandte seiner 23 Untertanenvölker darstellen, welche die besten Erzeugnisse der Landesprodukte herbeitrugen, um sie dem König zu präsentieren. Die Kunstobjekte dieser Zeit sind überall auf der Welt, in Museen und Kunstgalerien zu bewundern. Diese sind von Persepolis bis zum Nil-Tal (in Ägypten) verstreut.

Die Hofkunst der Achämeniden hatte unter dem Schutz des Königs und des Hofes geblüht und geriet daher nach dem Sturz des Dynastie in Verfall.


Parther 321 – 226 v. Chr

Nach der kurzlebigen Reichsgründung Alexanders herrschte im Iran seit 321. v. Chr. die Dynastie der Selukiden. In dieser Zeit fördern das Herrscherhaus, der Hof sowie die große Masse der neuen Bewohner eine ihnen vertraute Art von Kunst, die demnach nicht iranischen Charakters sein konnte. Allmählich bildet sich so die „griechisch-iranische“ Kunst heraus. Die Eroberung Irans durch die Parther, welche der iranischen Völkerfamilie angehörten, führte zu einer allmählichen Rückkehr zu den alten Traditionen.

Die Kunst der Parther als Ganzes übte weithin Wirkungen aus. Der Süden Russlands, Zentralasien und Indien gewährten den Formen, welche die neue Kunst Irans wiederaufleben ließen, zutritt. Die Parther sicherten die Kontinuität und bildeten das Bindeglied zwischen den Achämeniden und den Sassaniden.


Sassaniden 226 – 651 n. Chr

Die letzte voreslamische Dynastie war die der Sassaniden in der Zeit von 226 bis 651 nach Christus. In der Anfangszeit der sassanidischen Herrschaft wurde das alte persische Reich beträchtlich ausgeweitet. Auf Ardaschir I., der die Parther besiegt hatte, folgte sein Sohn Schapur I., der das gesamte Gebiet des heutigen Iran sowie Teile des Irak, Afghanestans, Pakestans und der Arabischen Halbinsel in sein Reich integrierte.

Trotz all ihrer immer wiederkehrenden Probleme lebten die sassanidischen Monarchen in wahrhaft königlicher Pracht. Charakteristische Architekturkunst für ihre Paläste waren deren Kuppeln, die neben anderen architektonischen Besonderheiten aus der Sassanidenzeit in dem grundlegenden Bauplan der Moscheen der späteren Moslems einflossen. Zudem brachten die sassanidischen Kunst- Handwerker zahlreiche Objekte von zeitloser Schönheit hervor.

Die Sassaniden- Kultur krönt eine tausendjährige Entwicklung der iranischen Völker. Diese Dynastie beschützte die Landesreligion Zartoscht (Zarathustra) und förderte eine nationale Kunst.

Die Kunst der Sassaniden beeinflusste zahlreiche Kulturen vom Fernen Osten bis Europa, und Objekte sassanidischer Herkunft wurden über großen Entfernungen transportiert.

Handeln mit Stoffen, vermittelten die Bildvorstellungen der Sassanidenzeit bis weit in den Westen hinein. Die koptische, die byzantinische, die vorromanische und die romanische Kunst des Abendlandes schöpften alle aus dem Reichtum der iranischen Bilderwelt. Die Kirche von Byzanz wandte sich gegen die übermäßige Verwendung von Stoffen, die mit Bildern und persischen Versen durchwebt waren. In den Kirchenschätzen des Abendlandes finden sich sehr viele Textilien aus der Sassanidenzeit. Auch viel farbige iranische Schmuckstücke gelangen durch verschiedene Hände bis nach Europa.

Iranische Kleidermoden übernahm man in Byzanz. Das wahre Erbe der Kunst der Sassaniden- Dynastie wurde jedoch die Welt des Eslam, die Träger der neuen Weltreligion, die Araber ohne künstlerische Vergangenheit. Während der folgenden Jahrhunderte ließ sich die eslamische Kunst wieder und wieder von der reichen künstlerischen Hinterlassenschaft der Sassaniden- Zeit inspirieren.


Invasion der Moslem-Araber 634 n. Chr

Die Eroberung Irans durch die Moslem-Araber begann 634 nach Christus und war etwa zwanzig Jahre später beendet. Die Araber mussten fortwährend Aufstände niederschlagen und soeben besetzte Gebiete von Neuem bekämpfen. Im Allgemeinen wurden die Bewohner des eroberten Gebiets gezwungen zum Eslam zu bekehren. Zwei jahrhundertlang gab es eine Zwangsunterbrechung in der Kunst, - und Kulturentwicklung.

Ein strenges, tiefverwurzeltes Bilderverbot in der Weltauffassung des Eslam hat die unter eslamischer Herrschaft stehenden Länder zur einzigen freien Kunstgestaltung gezwungen. Das war ein abstraktes Spiel mit pflanzlichen und geometrischen Symbolen, also eine neue Kunstgestaltung im Sinne der sogenannten eslamischen Kunst. Der Mosaikschmuck der großen Moscheen und Paläste in Damaskus, Esfahan, Yazd und Tabriz gibt solche Ornamente mit Architekturdarstellungen wider, also eine auf Menschen bezogene Umwelt. Doch verzichtet man auf figürliche Darstellungen, seien es Menschen oder Tiere.

Aber in Iran gelang es dem Eslam nicht, die Erinnerungen an die glorreiche Vergangenheit auszulöschen, in der Sagenwelt lebten berühmte Fürsten des alten Iran fort. Von der Beliebtheit des Heldenepos zeugen bildliche Darstellungen in der Keramik, Miniaturmalerei und Webkunst.

Außerdem eine verbreitete Verschwörung gegen das eslamisch-arabische Kalifat fand unter der Bevölkerung führende Köpfe. Im Jahre 747 (?) wurde der Aufstand feierlich proklamiert. Der Aufstandsführer Abu-Moslem, aus Khorasan- Gebiet, hat Fortschritte gemacht. Von nun an gebot der gute Ton, sich iranischen Gebräuchen anzuschließen, es verbreitet sich die Ansicht, das die Staatsklugheit im Iran geboren sei.

Als der Bann gebrochen worden war, begann die Zunge der Malerei im Iran zu sprechen und die Themen zu berichten, die ihr früher verschlossen geblieben waren. Die Landschaftsmalerei konnte den Schauplatz für eine figürliche Szene liefern. Die Entwicklung der Kunst des Landes in der betrachtenden Epoche lässt sich in den verschiedenen Kunstbereichen nicht in gleichen Maße verfolgen. Sehr gute Bedingungen dafür bilden die Werke der Miniaturmalerei.

Selbst unter Sassaniden war die Buchmalerei im Iran eine altbekannte Kunstrichtung. Über die Geschichte der Buchmalerei, berichtet ein Gelehrter, namens „Mas´udi“, der Verfasser des „Al-Tanbih“ in seinem Buch, von einem umfangreichen Band persischer Lehre und Überlieferung, worin alle persischen Könige der Sassaniden Dynastie dargestellt waren. Sie wurden in reichlichen Farben gemalt, und zeigten jeden König bei einer alltäglichen Handlung oder umgeben von seinen Höflingen. Dieses Buch wurde, laut „Mas´udi“, aus dem Jahre 781 nach Christus Kopiert. Dieses Buch bestätigt, unter anderen wie die Entwicklung der Buchmalerei unter Sassaniden hoch gestiegen war.

Mit der Eroberung von Baghdad im Jahre 1258 Wird das eslamische Kalifenreich ein Teilgebiet jenes großen Weltreiches, das von Tschangiz-Khan, dem Mongolenherrscher, im Iran gegründet und von seinen Nachfolgern erweitert wurde. Seitdem verlegte sich die Schwerpunkte des kulturellen Lebens von Baghdad in den Iran. Diese Zeit im Iran ist künstlerisch eine produktive Periode gewesen. Es entsteht in den großen Kulturzentren wie Tabriz und Schiraz eine Bildkunst, die in ihrer Ikonographie vieles der persischen Dichtkunst verdankte.

Die Maler illustrierten die kostbaren Handschriften. Die Tabrizer Künstler gehen von einer völlig anderen Rezeption und Wiedergabe der Natur aus. Die Stämme, die Äste der Bäume und andere überwiegend landschaftlichen Motive dieser Miniaturen sind harmonisiert. Die Landschaft wird in der Malerei dieser Schule meistens durch stark stilisierte Elemente wiedergegeben.

Die uns bekannten ersten Zeugnisse einer Landschaftsmalerei im Iran sind in den Schahname-Bildern enthalten, die in den dargestellten Szenen den Hintergrund zu den Figuren bilden. Die Künstler, die diese Landschaften gemalt haben, wollten durch den Gegensatz zwischen Nah- und Fernsicht im Bild, den Eindruck der Räumlichen Tiefe besonders stark zum Ausdruck bringen.

Mit der Illustrierung der Schahname (Meisterwerk des Ferdowsis) beginnt eine künstlerische Entwicklung, die zur Entstehung einer epischen und historischen Malerei führte, und ihren Höhepunkt in den Landschaftsbilder fand. Davon sind relativ viele erhalten, die zum größten Teil Ziergartenminiaturen sind.

Ein Phantasiebild stellt eine Vorstellung vom Paradies dar, in dem der erste Mensch und Weltverwalter König Kayumars die erste Versammlung einberufen hat. Es handelt sich um die Geschichte des ersten iranischen (mythischen) Königs Kayumars, der nach Schahname-Erzählung seinen Sitz in der freien Natur hatte, und um den sich alle Menschen und Tiere sammelten, weil sie beraten sollten, wie alle miteinander in Frieden leben könnten. Kayumars ist die Tatsache, dass weder der Herrscher noch eines seiner Mitmenschen eine Waffe trägt. Das Bild ist das Bild des Friedens.

Eine große Gruppe der Darstellungen bilden, wie im „Schahname“ üblich ist, die iranisch-mythischen Könige im Alltagsleben, oder heroischen Sujet, hauptsächlich Helden im Kampf mit den Feinden und den phantastischen Ungeheuern.

Das Bemühen um ein dekoratives Landschaftsbild wird auch in den Miniaturen des „Schahname“ sichtbar. Die bergige Landschaft mit bewaldeten Felsen und die weißen Wolken am Himmel dienen als Hintergrund für die farbige Gestalt des Wundervogels „Simorgh“ der in seinen Krallen den Säugling Zaal trägt.

Die Maler der Handschriften besitzen einen ausgesprochenen Sinn Phantasiereiche und gefühlsvolle Darstellungen. Ihre durch und durch eigenartige Kunst und kräftige Originalität verdient mehr als nur das Interesse der Spezialforscher. Die Meisterschaft dieser Künstler erkennen wir an kühnen Wagnissen, welche in der Folgzeit oft wieder vergessen werden sollten.

Iran entwickelte sich ebenfalls zu einem anerkannten Mittelpunkt von Malschulen. Man muss der Miniaturmalerei der historischen Richtung besondere Aufmerksamkeit schenken. Zwar waren Jahrhunderte seit der Einführung des Eslam (Islam) vergangen, aber die Künstler blieben ihren alten Traditionen treu, welche im Volk lebendig geblieben waren. Die Könige der alten Zeit hatten ihren Heldentaten auf Felswände meißeln lassen, und diese riesigen Reliefs sprachen zu jedermann. Die Miniaturmalerei kann man den Felsskulpturen des alten Iran gegenüberstellen. Die Sagen waren lebendig geblieben. Besser als die literarischen Texte, welche der Masse unzugänglich waren, brachten die Malereien allen die Poesie vergangener Heldentaten nahe.

 

So entsteht im Iran neben der epischen Dichtung die Form der epischen Malerei. In der epischen Malerei spielt die Landschaft eine äußerst ergänzende und zugleich schmückende Rolle. Die Episoden des „Schahnahme“ im Iran, die bisher nur gelesen und erzählt worden waren, standen jetzt vor den Augen der Zeitgenossen: Sie sahen, wie der König Khosrow vor dem Schlosse der schönen Schirin erscheint, die ihn von der Burg aus beobachtet. Das mehrgeschossige Schloss der Schirin und der Garten sind graphisch sehr deutlich auf den Betrachter sicher wie ein Wunder wirken. Man sieht jetzt, wie die Bildphantasie des Malers der des Dichters die Waage hält. Das selbe gilt auch für die Darstellung der Architektur in den religiösen Geschichtsbüchern, wie die „Liebesgeschichte von Propheten Jusof (Josef von Kanaan) und die (egyptische Prinzessin) Zoleikha“ Das ist eine Miniatur mit einzigartig reichlich architektonischen Raumgestaltung von Kamal-ol-Din Behzad. Die Gebäude und das Interieur der Räume sind mit einem reichen Ornament meistens aus geometrischen und rhythmischen Mustern Meisterhaft geschmückt.


Safaviden 1508 – 1722 n. Chr

Der Regierungsantritt der Safaviden brachte ein neues goldenes Zeitalter für die Malerei. Ob die Herren Irans Araber oder türkische Stammes- Führer waren, sie wurden stets schnell iranisiert. Diesmal war es eine nationale Dynastie, welche die Macht ergriff. Sie stammte aus der Provinz Azerbaijan, die lange der voreslamischen Religion Zartoscht, (Zarathustra) Irans treu geblieben war.

Die Safaviden verdienen vor allem die Anerkennung der Nachwelt als Förderer einer künstlerischen Blütezeit von höchstem Glanz. Esfahan, die Hauptstadt des safavidischen Irans, verdient wahrlich die Lobrede des französischen Schriftstellers, Pierre Loti und des Dichters Gobineaus, die Iran am besten verstanden und am meisten geliebt haben.

Die Buchmalerei beginnt, sich im 15. Jahrhundert zu erholen und im 16. Jahrhundert zu florieren. Die Miniaturen dieser Zeit sind meistens mit einer großen Anzahl menschlicher, darunter auch vieler Frauenfiguren, architektonischer Ausstattungen und vielen Landschaftselementen überfüllt. Besondere Achtsamkeit gewinnt die figurative Malerei. Die Frauenfigur steht wieder im Mittelpunkt der Malkunst. Diese Betonung zeigt wieder die Rolle der Frauen in der Gesellschaft, die nach Jahrhunderten ihre Stellung zurück zu gewinnen schien.

Die Geschichte der frühsafavidischen Miniatur ist in erster Linie mit dem Hofatelier in Tabriz verbunden. Im Jahre 1522 setzte der Schah Esmail durch einen besonderen Erlass, den berühmten Miniaturmaler Behzad als Oberhaupt der Hofbibliothek ein. Eine große Gruppe von Malern arbeitete in diesem Atelier Tag und Nacht, um Handschriften zu illustrieren. Die Miniaturmaler dieser Zeit versuchten vom mongolisch-fernöstlichen Stil abzukommen, sich in iranischen Figuren und Elementen zu präsentieren. Die Qualifikationsveränderungen, die in der Miniatur des Iran Eingang fanden, betrafen ihren gesamten bildlichen Aufbau, aber besonders deutlich wurden sie bei der Ausdruckweise der Frauenerscheinungsbilder. Unter den Malern, welche zum Ruhme jener Zeit beitrugen, ragt Reza Abbasi hervor. Er ist der Maler der galanten Feste der „Watteau Irans“ (Französischer Maler (1684-1782), Schöpfer einer neuen Bildgattung, der „Fệtes galantes“).

Das ist eine Zeit, in der sowohl die Dichter als auch die Künstler wieder von altiranischer Kultur und Kulturelementen sprechen und diese so bezeichnen können, und zwar von der Weinkultur im Iran und von der Beteiligung der Frauen in Gesellschaftsaktivitäten. Überall wurden wieder schriftliche und künstlerische Dokumentierung der gemischten Gesellschaft bemerkbar.

Seit dieser Zeit entstand eine politische und auch künstlerische Verbindung zwischen Iran und Europa. Aus politischen und Sicherheits-Gründen kommen die Europäer auf die Idee, den Iran als Hinterfront zum Oßmanen- Reich, das Europa ernsthaft bedrohte, mit neuen Waffen und Munitionen auszurüsten. Seitdem beginnen auch die bilateralen kulturellen Kontakte zwischen den Künstlern und kulturellen Organisationen.  

Die Maler und Bildhauer von Venedig wurden am königlichen Hof begrüßt, und an der Malerschule engagiert. Einige Künstler von der Hofbibliothek sind auch nach Venedig gesandt worden, um sich mit europäischer Kunst vertraut zu machen. Auf jeden Fall sind in dieser Zeit, wegen der Einflussnahme im Kunst-, und Kulturbereich, neue Wege aufgeschlagen worden.

Es sind aber aus dieser Zeit auch Ziergartenbilder erhalten, in denen die Darstellung der Bäume von einer Naturbeobachtung zeugt. In der Vorstellung des Malers, ist jeder Garten ein Stück vom Paradies, wie es genauso in der persischen Sprache, „Pardis“ oder „Ferdows“ genannt wird. Manche Miniaturen vermitteln uns sogar den Eindruck, dass der Maler versucht hat, die Vorstellung der Religionen vom Paradies zu verkörpern.

Die Farbgebung ist sehr ausgeglichen, von dem Blaugrau und dem rötlichen Veilchenblau der Hügel hebt sich das Gelb, das Lichtblau und das Orangerot der Gewänder ab, ein mildes Licht liegt über allen Einzelheiten. Die einzelnen Themen der Malerei geben eine hohe Vorstellung vom Luxus der Monarchen des 16. und 17. Jahrhunderts. Im 16. Jahrhundert treten die Menschen inmitten von Bäumen und Blumen auf. Die kostbaren Stoffe der späteren Epochen erinnern an den Glanz der Gärten, sie sind mit symmetrisch angeordneten großen Blumensträußen verziert, auf denen sich manchmal Vögel wiegen.


Die letzten Jahrhunderte

Der Niedergang der Safaviden- Dynastie hat wieder eine Pause verursacht. Am Ende des 18. Jahrhunderts geriet der mittlere Orient in das Fahrwasser des Westens und versuchte, wie auf allen Lebensgebieten auch auf den kulturellen und künstlerischen, sich der europäischen Entwicklung anzupassen.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde der Iran durch eine heftige religiöse Bewegung erschüttert. Eine neue Dynastie war 1786 durch einen Anführer des türkischen Stammes der Quadjaren gegründet worden. In dieser Zeit wurde Teheran als Hauptstadt gewählt. Die Macht der Staatsverwaltung unter den Quadjaren wurde zwischen den Großmullahs und den Königen, als klerikale Vertreter aufgeteilt. In Wirklichkeit, waren die Hintermänner die wahren Herrscher des Landes. Zwei unglückliche Kriege, zwischen Iran und den Rußen, waren die Folge der Einmischung der religiösen machtgierigen Gruppen in die Staatsverwaltung, dadurch hat der Iran, drei wichtige Provinzen, nämlich: Georgien, Armenien und Azerbaijan verloren.

Die Wiederbelebungsversuche der letzten Dynastie, nämlich der Pahlavi- Dynastie konnte der iranischen Miniaturmalerei in ihrer neuen Hauptstadt Teheran neues Blut einflößen. In der iranischen Gesellschaft hat sich in der letzten Zeit viel geändert. Bei der  Beteiligung der Frauen an den gesellschaftlichen Aktivitäten wurde eine sehr hohe Grenze erreicht. Die Tore wurden für die Frauen überall geöffnet. Im Bereich der Kunst und Kultur haben die Frauen eine wichtige Rolle übernommen. Sie sind jetzt sowohl ernst zu nehmen als auch zu bewundern. Sie haben viele neue Ideen in die Gesellschaft eingebracht und gleichzeitig viele Änderungen im Kunstbereich verursacht.


 Literatur

L´Iran sous les Sassanidens, A. Christensen, Kopenhagen, 1936 *

Die Kunst Irans zur Zeit der Sassaniden, K. Erdmann, Berlin, 1943 *

Kunstgeschichte der Seidenweberei, O. Falke, Tübingen, o.J *

Die Kunst des Alten Orients, Joseph Wiesner, Frankfurt/M- Berlin, 1963 *

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