|
Dieser
Vortrag wurde von Frau Dr. Aryane Ekssir am 19. August 2007
in montlichen Jongemah von iranischen Kulturverein Andischeh in Wien
gehalten.
Römisches
Reich
Der
Begriff Römisches Reich (lateinisch:
Imperium Romanum) bezeichnet allgemein das von der Stadt Rom
beherrschte Gebiet in der Zeit zwischen etwa dem 6. Jahrhundert
v. Chr. und dem 5.
bzw. 6.
Jahrhundert n. Chr., wobei sich die Herrschaftsform im Laufe der Zeit
von der Königsherrschaft zur Republik und schließlich zum Kaiserreich
wandelte. In diesem Gebiet mit seinen vielen Völkern, Sprachen und
Religionen breitete es sich als Staat undals Gesellschaftsform aus
Zum
Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung, zu Zeiten Kaiser Trajans,
erstreckte sich das Römische Reich auf drei Kontinente: Über die Gebiete
rund um das Mittelmeer,
über Gallien
( Teile des heutigen Frankreich)und große Teile Britanniens
und über die Gebiete rund ums Schwarze
Meer Der Handel,
die Künste
und die Kultur
erreichten während der Zeit des Römischen Reiches in Teilen seines
Gebietes eine erste Hochblüte, die damalige Lebensqualität und der
damalige Bevölkerungsstand sollten in Europa und Nordafrika erst
Jahrhunderte später wieder erreicht werden.
Um
die Mitte des 2. Jahrhunderts
schien das Imperium auf seinem Höhepunkt angelangt zu sein, doch traten
unter dem „Philosophenkaiser“ Mark
Aurel (161 bis 180) bereits die ersten Probleme auf. Es kam zu
erbitterten Kämpfen mit verschiedenen germanischen
Stämmen, besonders mit den Markomannen, einem germanischen Volk.
Vindobona
Vindobona
war eine ursprünglich keltische
Siedlung, später römisches Legionslager
im heutigen Wien.
Um 15
v. Chr. wurde das Königreich Noricum
dem römischen
Reich eingegliedert. Die Donau
wurde zur Grenze des Imperiums, und die Römer legten am Donauufer
Befestigungen und Siedlungen an.
Der
Geograph Ptolemäus
erwähnt Vindobona in seiner Geographike
Hyphegesis. Der Geschichtsschreiber Aurelius
Victor berichtet, dass Kaiser Mark
Aurel, der hier während der Markomannenkriege
eines seiner Hauptquartiere hatte, am 17.
März 180
in Vindobona starb. In der Nähe des Hohen Markts in Wien gibt es eine
"Marc-Aurelstraße". Vindobona gehörte zur römischen
Provinz Pannonia.
Das regionale Verwaltungszentrum war Carnuntum.
Vindobona
war ein Militärlager mit angeschlossener Zivilstadt (Canabae).
Auf dem anderen Donauufer ist ab dem 2. Jahrhundert eine germanische
Siedlung mit einem großen Handelsplatz nachweisbar.
Der
- für ein üblicherweise normiertes römisches Lager ungewöhnlich
asymmetrische - Umriss des Militärlagers zeichnet sich heute noch im Straßenverlauf
ab: Graben,
Naglergasse,
Tiefer
Graben, Salzgries, Rabensteig, Rotenturmstrasse. Der Name
"Graben" soll auf den Befestigungsgraben des Lagers zurückgehen.
Man vermutet, dass zumindest Teile der Mauern noch im Mittelalter standen,
als diese Straßen angelegt wurden, und damit den Lauf der Straßenzüge
vorgaben. Vindobona wurde von römischen Gutshöfen (Villae
rusticae) in der Umgebung mit Nahrung versorgt.
Den Lagermauern waren nur
wenige Häuser vorgelagert. Außerhalb des Verteidigungsgürtels des
Lagers befanden sich dann die Gräber. Sie legen sich wie ein Ring um die
Ost-, Süd- und Westseite des Lagers. Zivile Personen und Militär wurden
hier offenbar nebeneinander bestattet. Die meisten Bestattungen sind spätrömische
Körperbestattungen. Aber es gibt auch frühere Brandbestattungen, denn
die Körperbestattungen lösten Brandbestattungen etwa im 2. Jahrhundert
n. Chr. ab. Oft sind sehr tiefe Gruben gefunden worden, in die offenbar
der Schutt aus Grabanlagen entsorgt wurde
Römische
Militäranlagen
Nach
der Einteilung des römischen Heeres unterscheidet man Legionslager und
Auxiliarkastelle. In einem Legionslager waren bis zu zwei Legionen
stationiert. Pro Legion benötigte man etwa 20 ha Fläche, sodass diese
Lager bis zu 40 ha groß sein konnten.
Die meisten Lager wurden anfangs
aus Holz errichtet, später wurden sie in der Regel in Stein ausgebaut.
Ein oder mehrere Gräben (fossae)
umzogen die Lager. Sie waren meist Spitzgräben und nicht mit Wasser gefüllt.
Als weitere Verteidigungsmaßnahmen konnten zugespitzte Pfähle oder
Fallgruben vor, zwischen und in den Gräben hinzukommen.
Die Wehrmauer konnte eine
Holz-/Erde-Konstruktion sein, oder sie bestand aus Stein, oft mit einem
dahinter liegenden Erdwall (vallum). Die Torzufahrten waren in der Regel
von Türmen flankiert. Dazu konnten Eck- und Zwischentürme kommen, die
meist hinter der Mauer lagen. Hinter der Mauer befand sich das
intervallum, der freie Raum zwischen Mauer und bebauter Innenfläche des
Lagers. Entlang der Mauerinnenseite konnte hier eine Straße verlaufen.
Durch die Hauptstraßen war das
Innere des Lagers gegliedert
Die
principia bildeten das
Lagerzentrum. Sie hatten verwaltungstechnische und kultische Aufgaben.
Meist lag zur via principalis hin eine Vorhalle, die für Versammlungen
und zum Exerzieren benutzt wurde. Dahinter befand sich ein Innenhof, an
den sich eine Querhalle (basilica) mit Räumen anschloss. Im Mittleren
befanden sich das Fahnenheiligtum (aedes) mit den Feldzeichen (signa,
vexilla), den Truppenaltären und den Kaiserbildnissen. Darunter im
Kellerbereich bewahrte man die Truppenkasse auf. Bei den anderen Räumen
handelte es sich um Diensträume, z. B. von Schreibern (tabularia) oder
des Fahnenträgers (signifer). Dazu kamen noch die armamentaria, die
Waffenräume, die auch an den beiden Seiten längs des Innenhofs
angeordnet sein konnten.
Das Wohnhaus des Kommandanten, das
praetorium, befand sich in der Regel in Legionslagern. Die Soldaten selbst
waren in sog. Mannschaftsbarracken, den centuria, untergebracht . Diese
bestanden aus zehn Mannschaftsräumen (contubernia) mit je einem Wohn- und
Schlafraum und Herd sowie einem Vorraum..
Dazu kamen weitere Gebäude:
Speicherbauten (horrea; z. B. für Getreide), Lazarette (valetudinaria),
Werkstätten (fabricae), Latrinen, Ställe (stabula), und Bäder innerhalb
oder außerhalb des Lagers.
Versorgung
Ein
Standlager der Legion umfasste neben den obigen Gebäuden noch Stallungen,
Lazarett (Valetudinarium),
Thermen
und Latrinen,
Werkstätten, Magazine. Dabei wurden Lebensmittel für bis zu zwei Jahren
in den Magazinen des Lagers bevorratet. Diese Magazine waren sehr sorgfältig
ausgeführt, die Getreidespeicher (Horreum) wurden auf Pfeilern erbaut und
besaßen so eine Belüftung vom Boden her. Gelagerte Waren blieben so
lange trocken und verdarben nicht.
Neben
den Metallwerkstätten gab es teilweise regelrechte Bauhöfe im oder am
Lager, da die Legion auch für viele Bauaufgaben in ihrem Bereich zuständig
war. So tragen sehr viele Ziegel,
auch außerhalb militärischer Bauten, Legionsstempel
Carnuntum
Carnuntum
war die Hauptstadt
der römischen
Provinz
Pannonien,
östlich
des heutigen Wien
(nahe der Orte Petronell
und Bad
Deutsch-Altenburg in Niederösterreich)
bei der Donau
gelegen.
Carnuntum
lag an der Bernsteinstraße,
einem wichtigen Verkehrsweg in der Antike.
Es
handelt sich dabei um einen ,außerhalb des Römischen Reichs liegenden,
Handelsweg, entlang welchen Bernstein
seit der Urgeschichte
bis in die Alpenländer
und Italien
verhandelt wurde. Durch die Ausweitung des Imperium
Romanum bis an die Donau
wurde die Handelsroute wahrscheinlich bereits unter Augustus
und Tiberius
zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. als Staatsstraße (Römerstraße)
auf dem Gebiet des Römischen Reichs ausgebaut.. Die wintersichere
Verbindung zwischen Carnuntum
an der Donau und Aquileia
in Italien wird römische Bernsteinstraße genannt und ist dem römischen
Straßennetz zugehörig. Der Geschichtsschreiber Plinius
der Ältere (23-79 n. Chr.) berichtet, dass Bernstein von der Ostseeküste
nach Rom auf dieser Straße transportiert worden sei. Ihm verdankt sie
ihren Namen.
Der
bereits in der Urgeschichte
bedeutsame Handelsweg folgt in Niederösterreich
der March
und überquert bei Carnuntum
rund 50 km östlich von Wien
die Donau.
Unter Umgehung der Alpenpässe verläuft die Straße von Carnuntum,
Scarabantia (Sopron/Ödenburg),
Savaria (Szombathely/Steinamanger)
und Poetovio
(Ptuj/Pettau)
über Emona (Laibach, Ljubljana)
nach Aquileia
, dem heutigen Udine in Italien. Zwischen Sopron und Szombathely führt
die Bernsteinstraße durch das Mittelburgenland
(Bezirk Oberpullendorf),
ein für die römische Rüstungsindustrie bedeutsames keltisches
Eisengewinnungsgebiet. Hier steht auch ein Abschnitt dieser Straße unter Denkmalschutz.
Im 3./4. Jahrhundert n. Chr. verliert sie ihre Bedeutung als Verbindung
zwischen Italien und Carnuntum. Soweit die römische Bernsteinstraße
nicht durch Überbauung mit modernen Straßen verschwunden ist, ist sie
noch auf Luftbildern
durch Bewuchsmerkmale
im Getreide oder als leichter Schotterwall in frisch gepflügten Äckern
erkennbar.
Der
Name der Stadt Carnuntum wurde von der vorrömischen Bevölkerung übernommen.
Im Jahr 6 n. Chr. lagerte in Carnuntum der römische Feldherr Tiberius
auf seinem Feldzug gegen die Markomannen.
Mark
Aurel hatte während der Markomannenkriege
hier und im benachbarten Vindobona
sein Hauptquartier. In Carnuntum schrieb er auch einen Teil seiner
„Selbstbetrachtungen“.
Römische
Funde in Wien
An
vielen Stellen der Wiener Innenstadt wurden Überreste des römischen
Legionslagers nachgewiesen. Das Zentrum des Michaelerplatzes wurde großflächig
archäologisch untersucht. An dieser Stelle wurden u. a. Spuren der römischen
Lagervorstadt (canabae legionis) und einer Straßenkreuzung gefunden. Das
Herzstück der heutigen Platzgestaltung durch Hans
Hollein ist einen rechteckiger offenen Schnitt, der an die Ausgrabung
erinnern soll und konservierte Mauerreste verschiedener Epochen zeigt.
Unter der Feuerwehrzentrale am Hof befindet sich ein Teil der römischen
Kanalisation .
Am Hohen Markt (auf der Höhe des Vermählungsbrunnens) ist der Eingang zu
einem Schauraum mit römischen Fundamenten, die zu den Offiziersquartiere
gehörten[].
Erforschungsgeschichte
Die Erforschungsgeschichte
der römischen Besiedelung im Wiener Raum beginnt bereits mit der 2. Hälfte
des 16. Jahrhunderts, als man beim Ausbau der Stadtbefestigungen gegen die
Türken auf römische Funde stieß. Mit einer Bauwelle in der Gründerzeit
ab 1870 setzte erneut eine intensive Erforschung des römischen Lagers
ein. Eine zweite große Erforschungswelle fällt in den Wiederaufbau nach
dem zweiten Weltkrieg. Schließlich brachte der U-Bahnbau und einige Häuserumbauten
seit Ende der 70er Jahre neue Erkenntnisse um Vindobona.
Weinbau
Trotz seiner kurzen
Regierungszeit und obwohl man nicht viel über sein Leben weiß, gehört
Probus in einigen Regionen heute zu den auch Laien bekannten römischen
Kaisern. Dies rührt von einer Nachricht in der Probus-Biographie der
(sehr problematischen) Historia
Augusta her, wo es in Kapitel 18,8 heißt:
„Gallis omnibus et
Hispanis ac Brittannis hinc permisit, ut vites haberent vinumque
conficerent.“
„Er erlaubte allen
Galliern, Spaniern und Briten, Reben zu besitzen und Wein herzustellen.“
Deshalb gilt Probus in
zahlreichen Weinbaugebieten nördlich der Alpen (z.B. in Österreich
und an der Mosel)
als derjenige, der dort den Weinbau
eingeführt hat. Sicher ist zwar, dass die Römer bereits lange vor Probus
den Weinanbau in ihren Nordprovinzen eingeführt hatten, allerdings deutet
zugleich vieles darauf hin, dass die Weinproduktion in dieser Region nach
der Mitte des 3.
Jahrhunderts deutlich an Bedeutung gewonnen hat - eine Verbindung mit
den Maßnahmen des Kaisers kann also nicht ausgeschlossen werden.
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Vindobona
http://de.wikipedia.org/wiki/Carnuntum
http://de.wikipedia.org/wiki/Bernsteinstra%C3%9Fe
http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Reich
< برگشت >
|